Lernkompetenz – Die Königskompetenz des digitalen Zeitalters

Das digitale Zeitalter verändert unser Leben nachhaltig und auch die Art, wie wir arbeiten und wie wir lernen. Ein lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Die neuen Produkte und Dienstleistungen in einer digitalen Welt ändern Jobprofile, Kompetenzbedarf und Arbeitsweise. Es braucht mehr Fach- und IT-Wissen und die sozialen und persönlichen Kompetenzen werden immer wichtiger sein. Neben IQ und EQ wird der DQ (Digitalquotient – digitale Qualifikation) immer wichtiger.

Wie hält man sich fit und up-to-date? Wie lernt man im digitalen Zeitalter?

Über verschiedene Netzwerke (wie z. B. Xing und LinkedIn), soziale Kreise (Expertenkreise) können Wissen vertieft und Themen diskutiert werden. Für Generalisten ist ein breit aufgestelltes Netzwerk ein Muss. Die Fachzeitschriften sind hervorragende Quellen für das neue Wissen. Der regelmässige Besuch von Weiterbildungsseminaren hilft um up-to-date zu bleiben, Plattformen und Webinare wie z. B. E-Learning-Angebote und Moocs (Coursera, Udacity, edX, mooc.house) bieten individuelle angepasste Lernangebote.

Gibt es Nachteile oder negative Gesellschaftsentwicklung von Explosionswissen?

Der Druck für Arbeitnehmer up-to-date zu sein, oder Überforderung von Arbeitnehmern, weil sie wenig IT-Wissen haben, können negative Auswirkung auf die Gesellschaftsentwicklung haben. Man arbeitet vernetzt, digital und agil. Und wenn Menschen mit den neuen Medien nicht vertraut sind, kann es zur Frustration führen. Menschen werden passiv und machen nichts mehr. Sie verlieren den Anschluss zu unserer neuen Welt.

Braucht man heute eine Schule? Oder kann die Schule durch Algorithmen abgeschafft werden?

Die Wissensexplosion, die wir jetzt gerade erleben ist nicht leicht erfassbar. Viel mehr Wissen ist verfügbar und wird über die Erfahrung aufgebaut. Es ist schwierig zu beurteilen, was man braucht, welches Wissen und welche Erfahrungen wichtig sind. Hier kommt der Mehrwert der Schule: Was und wo sollen die Lernenden suchen, wie sollen sie das Wissen filtern, welche Bedürfnisse haben sie? Die Lehrperson ist ein Mentor, Berater oder Wissens-Coach, sorgt dafür, dass die Lernenden auch das bekommen was sie brauchen. Sie kann Netzwerke und Plattformen vorschlagen, zeigen wie man lernt und wo man etwas findet. Das Erlebnis im Klassenraum kann nicht ersetzt werden. Die Rolle der Lehrperson ändert sich nur.

Eine zeitgemässe Lernkultur mit grossem Freiraum und Entwicklungsorientierung schafft Motivation und Wettbewerbsvorteile für Menschen. Netzwerke und Erfahrungswissen statt Hierarchie und Expertenwissen, Kollaboration statt Einzelgängertum sind wichtiger als je zuvor. Die Weiterbildung wird individueller und das lebenslange Lernen wird alltäglich sein

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